Ich weiß noch sehr gut, wie ich vor mittlerweile zu vielen Jahrzehnten meinen besten Schulfreund um dessen Chemie-Experimentierkasten von Kosmos beneidet habe. Viel später kamen dann die ersten Kästen mit dem markanten weiß-blauen Schriftzug für meine eigenen Kinder ins Haus, unter anderem zu den Themen Mikroskopie und Elektronik. Deswegen habe ich mich gefreut, als auf der Spielwarenmesse 2016 in Nürnberg ein neuer Experimentierkasten vorgestellt wurde, der mit einem spielerischen Zugang die Arduino-Programmierung vermitteln will. Der Kosmos-Verlag hat mir freundlicherweise einen KosmoBits Kasten zur Verfügung gestellt, den ich in den nächsten Wochen ausprobieren und auf seine Brauchbarkeit für (jugendliche) Maker-Projekte hin abtesten werde.

Beim Thema „Programmieren lernen“ bin ich ja kein Freund von Produkten, welche die Programmierung hinter visuellen Oberflächen wie Scratch oder Ardublocks verstecken und damit gar zu verspielt aufbereiten. Kosmos geht da mit KosmoBits erfreulicherweise einen anderen Weg und lässt den Anwender nach einer kurzen Einführungs- und Spielphase mitten hinein in die Arduino IDE. Dank der gut aufbereiteten Anleitung und des zugehörigen Spiels, das für iOS und Android (Smartphone und Tablet) verfügbar ist, geht das recht flott und ist dabei auch unterhaltsam.

Der Kasten besteht aus einer Platine und dem Gehäuse eines Gamepad-Controllers. Dieser verfügt über zwei Knöpfe, Steuerungsrad und Neopixel (RGB-LED) sowie einen Port zum Anschluss von Sensoren und wird mit dem beigelegten Kosmoduino Mikrocontroller bestückt. Der Kosmoduino ist ein Arduino-kompatibler Mikrocontroller und verfügt über ein integriertes Bluetooth LE Modul. Der Zusammenbau des Gamepads und der Sensoren geht problemlos (kein Löten notwendig!) und das Gamepad kann unmittelbar nach dem Zusammenbau verwendet werden, um via Bluetooth am Smartphone/Tablet das KosmoBits-Spiel zu steuern.

Im ersten Video stelle ich den KosmoBits Kasten im Detail vor und bespreche die einzelnen Bestandteile:

Sobald das Gamepad zusammengebaut ist, werden im Spiel – ein einfacher Plattformer – die Grundlagen eines Arduino Sketches vermittelt. In einigen Spielsituationen ist außerdem der Einsatz eines Sensors notwendig. Diese Sensoren (Bewegungssensor, Lichtsensor, Schallsensor, Temperatursensor) können auf das Gamepad gesteckt werden und übermitteln ihre Messwerte an das Spiel. Wie das funktioniert, sehr ihr in diesem Video:

Wenn das Spiel durchgespielt ist und damit die einfachsten Arduino-Grundlagen vermittelt wurden, geht es mit Hilfe der Anleitung zu ersten eigenen Maker-Projekten. Die Abfrage der Steuerung und der Sensoren wird teilweise durch eigene Libraries vereinfacht, mit dem mitgelieferten Breadboard und einigen Widerständen und Farb-LEDs können schnell erste kleine Projekte aufgebaut werden.

Die mitgelieferte Anleitung in Form eines 64-seitigen Buches im A4-Format ist sehr schön gestaltet und wirklich gut gelungen. In 19 Projekten wird dabei schrittweise die Programmierung des Arduino erklärt, angefangen von Datentypen über die ersten Befehle, den ersten Blink-Sketch bis hin zu komplexeren Experimenten wie einem Schubladenwächter oder einer Sensor-Orgel. Am Interaction Board ist ein Piezo Buzzer montiert, gemeinsam mit dem Helligkeitssensor kann damit ein Projekt wie die „Musikbox mit Bond-Theme“ realisiert werden, ganz ohne Breadboard und komfortabel mit dem integrierten Akku mit Strom versorgt.

Einige Projekte aus dem mitgelieferten Handbuch habe stelle ich hier vor:

Durch den Arduino-kompatiblen Mikrocontroller kann man das Gamepad auch als Basis für umfangreichere Projekte verwenden und zusätzliche eigene Sensoren oder Breakout-Boards anschließen. Gerade das Bluetooth-Modul würde da interessante Möglichkeiten bieten. Ich bin überzeugt, dass da in den nächsten Monaten in der Maker-Community einige Hacks veröffentlicht werden, die deutlich über die Startprojekte in der Anleitung hinausgehen :)

Weitere Videos gibt es in den kommenden Wochen. Hier geht es zur Website des KosmoBits Experimentierkastens.

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2 thoughts on “Der KosmoBits Experimentierkasten – Unboxing und Grundlagen

  • 4. Dezember 2016 um 20:03
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    Hallo :)

    coole Idee als Einsteiger, werd ich bei Zeiten mal versuchen. Danke!

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